Leiharbeit abschaffen




Die Agentur für Arbeit - Lieferanten des Menschenmaterials

Das Arbeitsamt, Agenda-deutsch "Agentur für Arbeit", vermittelt Arbeitslose mit Vorliebe an Leihfirmen. In manchen Arbeitsamtsbezirken werden Arbeitslose sofort bei der Anmeldung genötigt, sich bei diversen Leihfirmen zu bewerben. Für die Arbeitsagenturen sind die Menschenhändler sogenannte Premiumkunden, denn sie bereinigen die Statistik.

BezieherInnen von Arbeitslosengeld II (ALG II) haben kaum Möglichkeiten, ein Dumpinglohnangebot einer Leihfirma abzulehnen, die Vermittlung an Menschenhändler gilt generell als "zumutbar". Wenn jemand darauf besteht, gesetzlichen Anspruch auf den gleichen Lohn zu haben, wie die Beschäftigten im Entleihbetrieb, gibt es Sperrzeiten - "arbeitsunwillig". Ob man von dem Niedriglohn überhaupt leben kann, interessiert nicht, wir werden zu Mietsklaven degradiert und haben zu gehorchen.

Für EmpfängerInnen von Arbeitslosengeld I (ALG I) gibt es eine ganz kurze "Schonfrist". Zu Beginn der Erwerbslosigkeit muß nicht sofort jeder Drecksjob mit Niedriglohn angenommen werden, allerdings gilt schon in den ersten drei Monaten der Erwerbslosigkeit eine Arbeit als zumutbar, wenn der Lohn bis zu 20 Prozent geringer ist, als der  letzte Bruttolohn. Zwischen dem 3. und 6. Monat werden wir bereits gezwungen für 30 Prozent weniger zu arbeiten, ab dem 6. Monat werden auch ALG I BezieherInnen zu reinen Mietsklaven, denn der Nettolohn muss gerade noch so hoch sein, wie das aktuelle Arbeitslosengeld. Bei einer Weigerung diese Bedingungen zu akzeptieren, sperrt das Amt das Arbeitslosengeld.

Anhand dieser Regelungen zeigt sich, dass die Funktion der Arbeitsagenturen darauf ausgerichtet ist, Lohndumping für die Bosse - und ganz speziell für die Leihfirmen zu betreiben. Einzeln der Willkür der staatlichen Arbeitslosenverwaltung und der Menschenhändler ausgeliefert zu sein und zu Niedriglohn - eventuell noch mit Aufstockung durch die Arbeitsagentur, weil der Lohn nicht zum Leben reicht - gepresst zu werden, ist tägliche Realität, die wir dringend verändern müssen!

Einige LeserInnen dieser Webseite haben nachgefragt, ob es Parteien gäbe, die für die Abschaffung der Leiharbeit eintreten würden. Wir haben keine gefunden. Aber wir halten auch nichts davon, dass die Teilnahme von uns ArbeiterInnen an gesellschaftlichen Entscheidungen darauf reduziert sein soll, alle vier Jahre zwei Kreuze auf einem Wahlzettel zu machen. Wir vertrauen keinen Parteien oder Politikern, sondern nur uns selbst! Wenn wir uns nicht organisieren und gemeinsam die Verhältnisse ändern, die uns krank machen, wird es niemand tun - und wer auf Hilfe von "oben" wartet, hat meistens wenig Eile selbst aktiv zu werden.

In diesem Sinn wünschen wir uns, dass diejenigen, die trotz Hartz IV versuchen ihr Leben zu organisieren, die Erwerbslosen, die LeiharbeiterInnen und noch "regulär" Beschäftigten, sich selbst organisieren und für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen.




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